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Interview: Gerne noch einmal 30 Jahre – mindestens

Albert und Ralf Weissbaum im Gespräch
Ralf Weissbaum

Ralf Weissbaum, Geschäftsleiter

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Sie beide haben sich dieser Firma verschrieben. Gibt es eigentlich nichts, was Sie beruflich sonst noch gerne gemacht hätten?

Albert Weissbaum

Albert Weissbaum, Gründer

Albert:

Nein, ich kann mich nicht erinnern, dass ich je gedacht hätte, ich möchte etwas anderes machen. Die Entscheidung, diese Firma zu gründen, war die richtige. Und ich glaube, Ralf sieht das auch so.

Albert Weissbaum
Ralf Weissbaum

Ralf:

Ja, keine Frage.
Und bei mir ist es ja so, dass ich vorher schon etwas anderes gemacht habe, bevor ich in die Firma kam. Da war ich Banker, habe Privatkunden betreut und zuletzt Firmenkunden bei der Automatisierung
ihres Zahlungsverkehrs. Dann kam 1993 der Ruf des Vaters mit der Frage: «Da wird bei uns eine Stelle frei, hättest du Lust, mitzumachen?»

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War das wirklich eine so offene Frage damals oder steckte mehr dahinter?

Albert:

Im Hinterkopf war bei mir natürlich schon die Idee, dass Ralf die Firma einmal übernehmen könnte.

Albert Weissbaum
Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Mir war aber wichtig, dass ich als Mitarbeiter in die Firma kommen konnte – nicht als Sohn und designierter Nachfolger. So konnte ich schauen, ob ich wirklich Spass habe an dieser Arbeit. Grundsätzlich hatte mich das Druckgewerbe schon immer sehr fasziniert. Die Mischung von Technik und Kunst, also Text und Bild. Im Betrieb habe ich dann alles aufgesogen. Und so kam es, dass ich schon bald voll drin war, sattelfest, und meine eigene Leistung bringen konnte.

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Wie ist denn die Firma überhaupt entstanden?

Albert:

Ich hatte 1989 in der Jean-Frey-Gruppe die Leitung des Verkaufs übernommen. Eingestellt hatte mich der damalige CEO Beat Curti. Er war eine Schlüssel gur, denn er war es auch, der mich schon bald zur Übernahme der Hausdruckerei ermunterte. Am 19. Februar 1991 haben wir den Handel per Handschlag abgeschlossen, nach einem Gespräch von nur einer Stunde. So entstand das Unternehmen «Staffel Druck», die heutige «Staffel Medien AG». Am 1. Juni 1991 ging es los, mit über 30 Mitarbeitern. Und am selben Tag noch habe ich Adi Brischle, einen meiner Verkaufsmitarbeiter, als Teilhaber ins Boot geholt. Das war wichtig für mich, denn es war doch eine grosse Aufgabe, die es zu schultern galt.

Albert Weissbaum
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Und wie lief das dann später mit der Übergabe an den Sohn?

Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Das war ein fliessender, schrittweiser Prozess. 1998 – da hatte ich fünf Jahre im Betrieb gearbeitet – hat mein Vater mit mir die Stabsübergabe auf das Jahr 2000 hin aufgegleist. Ich konnte also über Jahre hinweg in diese Rolle hineinwachsen. Auch wenn es nicht immer nur einfach war – als Sohn des Gründervaters, aber nicht vom Fach, kein Schwarzkünstler.

Albert:

Ja, aber du bist ja wirklich sehr schnell hineingewachsen.

Albert Weissbaum
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Konnten Sie nach der Übergabe wirklich loslassen und Ihren Sohn gewähren lassen?

Albert:

lacht Das müssen Sie wohl besser Ralf fragen.

Albert Weissbaum
Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Auch das ging fliessend. Mein Vater hatte während ein paar Jahren noch ein Büro in der Firma und betreute einzelne Kunden. Mit dem Tagesgeschäft hatte er aber nichts mehr zu tun – und er hat mir auch nicht dreingeredet. Er sagte auch ganz klar, dass er das Büro sofort räume, wenn es anderweitig gebraucht werde. 2006 war es dann soweit, es kam ein neuer Verkäufer, und mein Vater hat sein Büro geräumt.

Albert:

Ja, und zwar ohne Schmerzen. Weil ich wusste, dass das Geschäft bei Ralf in guten Händen ist.

Albert Weissbaum
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Wie sind Sie denn überhaupt auf das Druckerei-Gewerbe gekommen?

Albert:

Ich bin in Wollerau aufgewachsen und war als Kind oft in der Nähe der örtlichen Druckerei. Ich habe dort gespielt, manchmal auch hineingeschaut von aussen, bin dann irgendwann auch reingegangen, weil mir das alles wahnsinnig gut gefallen hat: das Papier, die Maschinen. Als Halbwüchsiger konnte ich dann in der Druckerei als Hilfsarbeiter ein bisschen Geld verdienen, um unser schmales Haushaltsbudget etwas aufzubessern. Schliesslich habe ich dort dann die Lehre
als Schriftsetzer gemacht.

Albert Weissbaum
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Was bedeutet Ihnen beiden Papier?

Albert:

Papier ist etwas ganz verrückt Wichtiges. Damit kann man eine Botschaft weitergeben. Und das Papier als Träger kann diese Botschaft noch unterstützen. Mir gefällt übrigens ungestrichenes, unsatiniertes Papier am besten, es fühlt sich einfach besser an.

Albert Weissbaum
Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Ja, wenn ich etwas ganz Persönliches schreibe, von Hand mit meiner Füllfeder, dann nehme ich auch so ein schönes Papier, das angenehm anzufassen ist. Papier ist für mich also auch privat etwas Wichtiges. Und im Geschäft sowieso. Da messen wir der Qualität des Papiers schon lange grosse Bedeutung zu. Schon vor 20 Jahren haben wir damit begonnen, besonders gutes Papier und auch Techniken zu verwenden, mit denen die Umwelt möglichst wenig belastet wird.

 

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Ihre Branche erlebt anhaltende grosse Veränderungen. Was braucht es da, damit man über Jahrzehnte Schritt halten kann?

Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Ich glaube, es ist uns zugute gekommen, dass ich eben gerade kein Schwarzkünstler war. Dass ich also nicht im grafischen Gewerbe gross geworden bin. So konnte ich andere Elemente und andere Denkweisen ins Unternehmen bringen. Auch deshalb haben wir schon früh einen guten Umgang mit der IT gefunden, mit dem, was man heute Digitalisierung nennt.

 

Albert:

Ja, der Digitaldruck, da waren wir die zweite Druckerei in der Schweiz, die das gemacht hat. Das ist unser Brot geworden, ein Erfolgszweig.

Albert Weissbaum
Gerne noch einmal 30 Jahre - mindestens 1

Ralf:

Aber auch sonst machen wir viel, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Schon 2009 zum Beispiel haben wir begonnen, die Produktion von Drucksachen zu automatisieren mit einer Webshop-Lösung für unsere Kunden. Das war ein Glücksfall, denn auf dem Know- how, das wir dafür brauchten, haben wir seither die meisten unserer Prozesse aufbauen können.

 

 

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Welche Projekte stehen jetzt im Vordergrund?

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Ralf:

Wir wollen noch mehr bieten bei den Inhalten. Zusammen mit den Kunden die Inhalte erstellen, die sie auf Papier oder digital visualisieren wollen. Es gibt so viele KMU, die hier einen Bedarf haben. Sie brauchen immer wieder professionell gemachten neuen Inhalt, mit dem sie sich und ihre Produkte
oder Dienstleistungen darstellen können.
Aber sie haben da nicht ihre Kernkompetenz.
Deshalb wollen wir sie künftig bei der Erstellung ihrer Inhalte noch besser unterstützen. Wichtig ist auch das Redaktionssystem, das wir für Kunden aufsetzen und betreiben können, die in einem Team vernetzt und ortsunabhängig an einer Publikation arbeiten wollen. Das kann gerade auch in Homeof ce-Situationen verstärkt von Nutzen sein. Da wollen wir in unserem Jubiläumsjahr in die Offensive gehen.

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Was bringt uns 2021 sonst noch? Letztes Jahr hat sich die «Staffel Medien AG» ja geradezu prophetisch gezeigt mit der Neujahrskarte, die den Kunden und Partnern «Xsundheit» gewünscht hat.

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Ralf:

Die Pandemie wird ein grosses Thema bleiben, wie wir jetzt alle wissen. «Xsundheit 2.0» also. Und dann natürlich auch die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Das wird auch uns fordern. Aber ich bin zuversichtlich: Wir haben ein Team, auf das ich stolz sein kann. Erfahrene Fachleute, die exibel sind und offen genug, sich und ihre Leistung ständig weiterzuentwickeln. Denn das ist es, was wir gerne noch einmal 30 Jahre machen – oder auch mehr: Als solider und innovativer Geschäftspartner Teil sein der Weiterentwicklung unserer Kunden.